Welche Rechte hat mein Kind auf sozialen Plattformen?
Im Internet gelten die gleichen Rechte wie im realen Leben. Einen rechtsfreier Raum darf man also auch auf sozialen Plattformen nicht erwarten. Ihr Kind bzw. sie haften für alles, was auf diesen Plattformen veröffentlicht wird. Sei es ein einfacher Text, ein Foto, ein Video oder einfach nur ein Kommentar auf einen Beitrag eines anderen Nutzers. Der Urheber der Veröffentlichung ist für sein Werk verantwortlich.
Weiß ihr Kind also wie es sich im realen Leben verhält ohne sich strafbar zu machen, wird es im Internet nicht schwer haben. Vorausgesetzt, es nutzt nicht die Anonymität des Internets um “unerkannt” sein Wesen zu treiben. Dass nicht wahllos Bilder, Videos oder Texte anderer oder gar Musik verbreitet werden darf, sollten sie auf jeden Fall in persönlichen Gesprächen mit ihrem Kind verständlich machen.
Dies waren nun überwiegend Pflichten aber wie sieht es jetzt mit den Rechten aus? Was für die Einen Pflichten sind, sind für andere umgekehrt ihre Rechte. Genau wie im realen Leben auch. Haben sie das Gefühl, dass die Daten ihres Kindes missbraucht werden, wenden sie sich an den Datenschutzbeauftragten der jeweiligen Plattform oder in schlimmen Fällen an die Polizei.
MehrSind alle Daten gelöscht, wenn mein Kind seinen Account kündigt?
Natürlich können sie oder ihr Kind ihren Account auf jeder sozialen Plattform ohne Angaben von Gründen kündigen und somit das Nutzungsverhätlnis beenden. Dies geht in der Regel einfach in den Profileinstellungen mit einem oder mehreren Klicks auf den entsprechenden Link. Sollte dies nicht möglich sein, können sie dies auch per EMail oder postalisch der jeweiligen Plattform mitteilen.
Ob mit der Kündigung des Accounts auch alle Bilder, Videos oder Texte gelöscht werden, sollten sie vorab schon in den Nutzungsbedingungen nachlesen. In Einzelfällen ist es möglich, dass Kommentare, die ihr Kind zu den Beiträgen anderer abgegeben hat, nicht gelöscht werden. Es ist also ratsam, wie bei allen Verträgen, sich vorher darüber zu informieren, wie mit meinen Daten während und nach der Nutzung sozialer Plattformen umgegangen wird.
Überprüfen sie im Zweifelsfall nach der Löschung des Accounts ob noch Daten über ihr Kind zu finden sind und informieren sie den Plattformbetreiber darüber, wenn trotzdem noch Informationen zu finden sind. Darüber hinaus sind diese Betreiber dazu verpflichtet Auskunft darüber zu geben was von ihnen noch „übrig geblieben ist“ und muss, soweit es in den Nutzungsbedingungen so vereinbart wurde, diese Reste auch entfernen.
Vergessen sie aber niemals, dass alles was ihr Kind über eine soziale Plattform verbreitet auch von anderen weiter verbreitet werden kann. Dies bedeutet, dass auch mit Löschung des Profils und der damit verbundenen Inhalte, diese durchaus schon von Freunden weiter verbreitet wurden. Bilder oder Videos könnten also schon weiter gegeben worden sein. Suchmaschinen könnten schon die Information in ihren Suchindex aufgenommen haben. Auf diese Daten haben sie leider keinen Einfluss.
„Das Internet vergisst nicht.“
Deshalb ist es wichtig vorher mit ihrem Kind abzusprechen was es über sich herausgeben möchte und was nicht, denn im Zweifelsfall ist es nicht mehr rückgängig zu machen.
MehrWas tun soziale Plattformen mit den Daten meines Kindes?
Zuerst sollte ihnen klar sein, dass die Daten ihres Kindes nicht nur für seine Freunde sondern auch für Suchmaschinen sichtbar sind. Je nachdem wie die Privatsphäreeinstellungen bearbeitet wurde, können also auch andere lesen was geschrieben wird. Vornehmlich sind das natürlich Google und co, die sämtliche Daten auslesen auf die sie zugreifen können und somit für alle einsehbar machen. Suchmaschinen leben davon so viel wie möglich zu „indizieren“. Genauso wie soziale Plattformen davon leben Informationen und Daten auszutauschen.
Das Gesetz sieht zwar vor, dass Daten nicht an dritte weiter gegeben werden dürfen aber meist ist es ihr Kind selbst, das Informationen über sich an dritte weitergibt, indem es z.B. Apps Zugriff auf die eigenen, persönlichen Daten gewährt oder diese bei Gewinnspielen leichtfertig herausgibt.
Datenschutzbestimmungen und AGB der jeweiligen Plattform geben Aufschluss über ihr Vorgehen mit den Daten ihres Kindes.
Hier erfahren sie auch wie mit den Inhalten umgegangen wird, die ihr Kind verbreitet. In der Regel bleiben Fotos, Texte oder Videos Eigentum des Nutzers aber ein genauer Blick in die Nutzungsbestimmungen zeigen oft, dass Gegenteil. So behalten sich einige Betreiber vor, ihre Fotos an Dritte weitergeben zu „dürfen“. Sobald ihr Kind diesen Bedingungen zustimmt überträgt es somit auch gleichzeitig die Rechte seiner Inhalte an den Plattformbetreiber.
Ein Gespräch mit ihrem Kind sollte ihm Aufschluss darüber geben, dass mit allem was verbreitet wird Vorsicht geboten ist. Die Frage ist deshalb nicht nur „Was tun soziale Plattformen mit den Daten meines Kindes?“ sondern auch „Was mache ich mit meinen Daten?“
MehrWas darf mein Kind auf sozialen Plattformen über sich preisgeben?
Beiträge und Statusmeldungen auf privaten Profilen erreichen oft mehr Leser als professionell angelegte Werbeaktionen von Unternehmen. Vieles was Werbetreibende auf sozialen Plattformen von langer Hand mehr oder weniger erfolgreich planen läuft auf einem Personenaccount wie von selbst.
Ein Foto eines neuen Kraftfahrzeugs verhallt in den Weiten des Internets wobei ein Schnappschuss eines Menschen, der sich offensichtlich in einer peinlichen Situation befindet, quasi zum Selbstläufer wird.
Selbst wenn sie in den Privatsphäreeinstellungen hinterlegt haben, dass nur Freunde ihre Statusmeldungen sehen können, sind es am Ende genau diese Freunde, die ihre Fotos usw. weiter verbreiten. Selbst Einschränkungen ihres eigenen Verbreitungskreises verhindert nicht eine ungewollte Verbreitung ihrer Beiträge.
Persönliche Angaben wie Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum oder EMail-Adresse haben im öffentlichen Profil ihres Kindes nichts zu suchen. Selbst als Erwachsener sollte man über die eine oder andere Angabe über sich selbst vor Veröffentlichung Gedanken machen.
Jeder von uns nimmt gerne an Gewinnspielen teil bei dem man die ungewöhnlichsten Dinge erhaschen kann. Worauf diese Gewinnspiel-Veranstalter spekulieren sollte jedoch jedem klar sein. Es sind genau diese persönlichen Daten, die sie in ihrem und anderen öffentlichen Profilen nicht finden kann. Dies ist jedoch nichts neues. Seit es Gewinnspiele, Preisausschreiben oder Rätsel gibt, wird einzig und allein auf unsere Daten spekuliert. Und ohne genau diese Daten von sich anzugeben dürfen sie nicht teilnehmen. Denken sie vorher darüber nach ob die Notwendigkeit des möglichen Gewinns die Herausgabe ihrer Anschrift rechtfertigt. Was sie nach der Teilnahme auf jeden Fall bekommen ist Werbung.
Ein sehr brisantes Thema ist die Veröffentlichung von Aufenthaltsorten. Sie haben es sicherlich schon bei einigen ihrer Online-Freunde lesen können wo diese sich gerade aufhalten, was sie dort gerade tun, wie lange sie dort sind usw. Dies sind Informationen, die die verschiedensten Abnehmer findet. Mit diesen Informationen können sehr leicht Bewegungsprofile ihres Kindes erstellt werden. Regelmäßige Aufenthaltsorte oder Wegstrecken lassen sich daraus herleiten. Treffpunkte mit Freunden können auch anders abgestimmt werden.
Wer es dennoch nicht lassen kann seinen Freunden mitzuteilen wo es am schönsten ist, kann dies immer noch im Nachhinein tun. Berichten Sie von ihrem Urlaubsort, wenn sie wieder Zuhause sind. Teilen sie ihre Freude über das erlebte Konzert vielleicht erst am nächsten Tag. Dem eigentlichen Inhalt, den sie oder ihr Kind mitteilen möchte, tut der verschobene Zeitpunkt der Veröffentlichen keinen Abbruch.
Wer jedoch regelmäßig ein und dieselbe Strecke joggt, sollte es vermeiden diese Strecke mit anderen zu teilen. Auch im Nachhinein ist jedem Leser irgendwann klar, wann und wo der Sportler wieder anzutreffen ist. Erklären sie ihrem Kind also, jegliche Art von nachvollziehbaren Informationen zu vermeiden.
Erstellen sie mit ihrem Kind zusammen eine Übersicht über die Informationen und Daten, die gerne mitgeteilt werden und legen sie darin fest wer diese lesen darf und wer nicht. Legen sie zusammen fest welche Dinge niemanden etwas angehen, halten sie ihr Kind an, sich an diese Übersicht zu halten und tun es selbst genauso.
MehrWie kann ich alle meine Tweets herunterladen?
Twitter bietet jedem, der gerne seine Tweets archivieren möchte, die Möglichkeit, sich diese als CSV-Datei zusenden zu lassen.
Ob Ihr nun einfach nach einem ganz bestimmten Tweet sucht, Euer Archiv als Beweismittel benötigt oder diese einfach nur sichern möchtet. Egal welchen Grund Ihr dafür habt, Ihr habt die Möglichkeit einfach und schnell alle Eure Tweets herunter zu laden und einen genialen Überblick darüber zu erhalten. Ich zeige Euch wie es funktioniert. Es ist ganz einfach.
Mehr




Letzte Kommentare